Das Internet - Der größte Schrottplatz der Welt 1

Das Internet… quasi

Das Internet – der größte Schrottplatz der Welt

Heute hätte ich 50.000 € verdienen können – innerhalb von drei Stunden. Naja, zumindest fast… Dabei wollte ich eigentlich einfach nur mal sehen, welche Unternehmen bei mir ums Eck online sind – und wie sie sich im Internet präsentieren…

Das war dann allerdings eine Offenbarung der negativen Art. Da kann man schon fast die Unternehmen loben, die zwar im Telefonbuch zu finden sind, es aber bis heute nicht ins Internet geschafft haben. Manche aus gutem Grund; Sie haben es schlicht nicht nötig. Der Gemüseladen von nebenan, der Arzt, der Rechtsanwalt, oder auch der Handwerker – Sie alle können auch ohne eine Online-Präsenz leben. Kunden, Mandanten und Patienten rennen ihnen sowieso die Türe ein.

Wenn man sich ein Auto kauft, dann möchte man im Allgemeinen recht lange daran Freude haben. Wissend, dass die Technik zwangsläufig mit den Jahren veraltet, hegt und pflegt man das gute Stück und macht brav alle Inspektionen, damit man immer mobil ist. Oft trennt man sich von seinem heiligen Blech erst, wenn es schlicht keinen Sinn mehr macht es zu behalten. Zum Beispiel weil die neue Abgasnorm den Betrieb spürbar verteuert.

Auch das Internet hat sich im letzten Jahrzehnt rasend weiterentwickelt – technisch aber auch rechtlich. Wer heute eine Internetseite betreibt muss diese auch für Tablets und Handys attraktiv machen, denn die Nutzer verwenden inzwischen mehrheitlich nicht mehr den Computer um das Web zu durchstöbern. Rechtlich wasserdicht muss die Seite auch sein – DSGVO-Konform – um mal den Fachbegriff zu nennen.

Aber eine Internetseite ist kein Auto. Wenn die Seite mal online ist, dann ist das eben so. Läuft schon… Ich habe heute Webseiten gesehen von Unternehmen, die offenbar seit vielen Jahren nicht mehr unter die Motorhaube gesehen haben. Inhalt wird nicht mehr korrekt dargestellt oder ist veraltet: egal. Anpassung für Mobilgeräte: Fehlanzeige. SSL Verschlüsselung: nicht vorhanden. (Vermutlich ist es nicht bekannt, dass so mancher Internetbrowser solche Seiten erst gar nicht mehr durchreicht.) Cookie-Hinweis: ach wozu?

Wirklich dramatisch wird es aber, wenn die Datenschutzerklärung fehlt oder erkennbar falsch ist. Ich hätte heute theoretisch 50.000 Euro oder sogar mehr verdienen können, wenn ich alle Seiteninhaber angeschwärzt hätte. Durch das Desinteresse am eigenen Internetauftritt riskieren überraschend viele Unternehmen Strafzahlungen, die nach Fall und Lage in die Tausende gehen können. Da muss einem nur ein Kunde, Mitbewerber oder der Verbraucherschutz böses wollen…

Nicht wenigen Unternehmen müsste man empfehlen, Ihre Seite sofort vom Netz zu nehmen. Ein Schrottauto darf ja auch nicht mehr auf die Strasse.

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